Ein Wochenende des Stolzes: Zehntausende feiern trotz rechtsextremer Gegenwehr

An diesem Wochenende gingen in zahlreichen deutschen Städten Zehntausende Menschen für LGBTQ+-Rechte auf die Straße, wie queer.de berichtet. Die Botschaft war eindeutig: Die queere Community lässt sich nicht einschüchtern – weder von rechtsextremen Gegenprotesten noch von politischen Anfeindungen wie denen von Julia Klöckner und Friedrich Merz.

Große Solidarität, kleine Gegenwehr

Das Bild in deutschen Städten war bemerkenswert einheitlich: Während Tausende Menschen stolz ihre Regenbogenflaggen schwenkten, blieben rechtsextreme Gegenproteste überschaubar. In Trier erschienen zu einer angemeldeten Gegendemo weniger als fünf Menschen, während sich Tausende am Pride-Marsch unter dem Motto "Our Pride Fights for Rights" beteiligten. Sogar Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) zeigte persönliche Unterstützung und betonte sein Engagement für die queere Community in Rheinland-Pfalz.

Ähnlich überschaubar war die rechtsextreme Präsenz in anderen Städten: In Mönchengladbach versammelten sich weniger als 20 Neonazis mit Bannern wie "Normal, weiß, hetero" – eine Botschaft, die von der überwältigenden Mehrheit der über tausend CSD-Teilnehmenden klar zurückgewiesen wurde.

Frankfurt setzt ein starkes Zeichen

Der größte CSD des Wochendes fand in Frankfurt am Main statt. Unter dem kraftvollen Motto "Nie wieder still – Frankfurt ist laut" demonstrierten etwa 15.000 Menschen durch die Innenstadt. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die deutsche LGBTQ+-Bewegung nach Jahren des gesellschaftlichen Fortschritts nicht bereit ist, hart erkämpfte Rechte wieder aufzugeben.

Politische Unterstützung auf höchster Ebene

Besonders bemerkenswert war die breite politische Unterstützung. In Berlin besuchte Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Lesbisch-schwule Stadtfest im Regenbogenkiez, wo er am Stand der Lesben und Schwule in der Union (LSU) ein T-Shirt geschenkt bekam. Diese Geste zeigt, dass LGBTQ+-Rechte mittlerweile parteiübergreifend Unterstützung finden – ein wichtiges Signal in Zeiten, in denen Hasskriminalität gegen queere Menschen zunimmt.

Ein Zeichen der Stärke

Die friedlichen Verläufe der Demonstrationen in Städten wie Rostock (5.500 Teilnehmende), Sonneberg (350 Menschen) und vielen weiteren zeigen: Die deutsche LGBTQ+-Community ist selbstbewusst und organisiert. Das Motto "Nie wieder still", das mehrere Städte verwendeten, ist mehr als nur ein Slogan – es ist ein Versprechen, dass die errungenen Freiheiten verteidigt werden.

Mit erwarteten 350.000 Gästen beim Berliner Stadtfest wird deutlich, dass Pride-Veranstaltungen längst zu einem wichtigen gesellschaftlichen Ereignis geworden sind. Sie sind Feier und politische Demonstration zugleich – ein kraftvolles Zeichen dafür, dass Vielfalt und Gleichberechtigung in Deutschland nicht verhandelbar sind.

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