Liebe und Gold: Italienischer Turmspringer Matteo Santoro triumphiert bei WM mit UnterstĂĽtzung seines spanischen Freundes

Der 19-jährige italienische Wasserspringer Matteo Santoro hat bei den Schwimm-Weltmeisterschaften 2025 in Singapur Geschichte geschrieben – nicht nur sportlich, sondern auch persönlich. Zusammen mit seiner Partnerin Chiara Pellacani gewann er Gold im Mixed 3-Meter-Synchronspringen und wurde dabei emotional von seinem Freund Max Liñan unterstützt, der für Spanien antritt. Die bewegende Geschichte des jungen Paares, das erst kürzlich sein einjähriges Jubiläum feierte, zeigt eindrucksvoll, wie sich die Akzeptanz von LGBTQ+-Athleten im Spitzensport entwickelt hat.

Wie PinkNews berichtet, machten Santoro und der 18-jährige Liñan ihre Beziehung am 18. Juli öffentlich – nur zwölf Tage vor Santoros historischem WM-Sieg. In einem Instagram-Post mit fünf Fotos aus ihrer gemeinsamen Zeit schrieb Liñan schlicht "1 añito" (ein Jährchen) mit einem Herz-Emoji. Gegenüber Outsports bestätigte Liñan, dass beide schwul sind.

Ein Triumph mit emotionaler UnterstĂĽtzung

Als Santoro und Pellacani am 30. Juli im OCBC Aquatic Centre triumphierten und damit als erstes italienisches Duo in dieser Disziplin Gold holten, war die Freude bei Liñan unbändig. Trotz eigener Wettkampfverpflichtungen – er belegte Platz 23 im Ein-Meter-Brett und Platz 14 im Synchronspringen – teilte der spanische Athlet seine Begeisterung über Santoros Erfolg in seiner Instagram-Story mit goldenen Medaillen-Emojis.

Die besondere Brisanz: Beide Athleten treten auch gegeneinander im Drei-Meter-Einzelspringen an. "Ich bin so glücklich. Mit Chiara kann ich ruhig bleiben. Ich habe Atemübungen gemacht und mich abgelenkt. Morgen habe ich das Drei-Meter-Einzel. Ich feiere, aber ich muss mich sofort wieder fokussieren", erklärte Santoro nach seinem Sieg.

Deutschland als Vorbild fĂĽr LGBTQ+-Inklusion im Sport

Diese Geschichte der jungen Liebe und des sportlichen Erfolgs erinnert an wichtige Entwicklungen auch in Deutschland. Thomas Hitzlsperger machte 2014 als erster deutscher Nationalspieler sein Coming-out nach der aktiven Laufbahn und ebnete damit den Weg fĂĽr mehr Akzeptanz im deutschen FuĂźball.

Besonders bemerkenswert: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zeigt sich progressiv und erlaubt es transgender-, intergeschlechtlichen und nicht-binären Spielern, selbst zu entscheiden, ob sie in Damen- oder Herrenmannschaften antreten möchten. Diese Regelung steht für eine moderne, inklusive Herangehensweise an Diversität im Sport.

Wasserspringen als LGBTQ+-freundliche Sportart

Santoro ist nicht der erste schwule Wasserspringer, der bei Weltmeisterschaften triumphiert. Der britische Superstar Tom Daley outete sich bereits 2013 und sammelte insgesamt vier WM-Goldmedaillen zwischen 2009 und 2024. Daley wurde zu einem wichtigen Vorbild und kritisierte öffentlich, dass Sportveranstaltungen in Ländern stattfinden, in denen Homosexualität kriminalisiert wird.

Auch in Deutschland gibt es ermutigende Beispiele: Tabea Schendekehl, eine deutsche Ruderin, gewann als erste offen pansexuelle Athletin eine olympische Bronzemedaille. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gehörten mehrere LGBTQ+-Spielerinnen zur deutschen Frauenfußballmannschaft, die Bronze holte.

Mehr als nur Sport: Ein Symbol fĂĽr Akzeptanz

Die Geschichte von Santoro und Liñan zeigt, wie sich der Profisport gewandelt hat. Während LGBTQ+-Athleten früher ihre Identität oft verbergen mussten, können junge Sportler heute offen zu ihrer Sexualität stehen und gleichzeitig auf höchstem Niveau konkurrieren. Ihr öffentliches Coming-out kurz vor den Weltmeisterschaften und die anschließende Unterstützung füreinander demonstrieren eine neue Generation von Athleten, die Authentizität und sportliche Exzellenz miteinander verbinden.

Santoros Triumph in Singapur ist somit mehr als nur ein sportlicher Erfolg – er steht symbolisch für eine Zukunft, in der Liebe und Leistung Hand in Hand gehen können, ohne dass Athleten ihre wahre Identität verstecken müssen.

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