Grausamer Doppelmord an schwulem Paar schockiert Großbritannien – Ein Weckruf für Deutschland

Ein kolumbianischer Mann wurde in London wegen des brutalen Doppelmordes an einem schwulen Paar verurteilt, deren Überreste in Koffern entsorgt wurden. Der Fall von Yostin Andres Mosquera, der Albert Alfonso (62) und Paul Longworth (71) ermordete, zeigt auf schockierende Weise die extreme Gewalt auf, der LGBTQ+-Personen auch heute noch ausgesetzt sind. Die ursprüngliche Meldung stammt von PinkNews.

Die grausamen Details eines geplanten Mordes

Was am 8. Juli 2024 in einer Londoner Wohnung geschah, übersteigt jede Vorstellungskraft. Der 35-jährige Mosquera, der in der Erotikbranche arbeitete, hatte das Paar zunächst online kennengelernt. Eine vermeintliche Freundschaft entwickelte sich – die beiden Männer besuchten ihn sogar in Kolumbien und luden ihn mehrfach nach London ein.

Doch hinter der Fassade plante Mosquera bereits wochenlang die Tat. Er suchte online nach einem Gefrierschrank und googelte am Tattag: "Wo am Kopf ist ein Schlag tödlich?" Die Brutalität des Verbrechens wird durch die Tatsache verstärkt, dass Überwachungskameras in der Wohnung alles aufzeichneten. Mosquera erschlug Paul Longworth mit einem Hammer und erstach Albert Alfonso während eines intimen Moments mit 22 Messerstichen.

Besonders verstörend: Unmittelbar nach der Tat tanzte und sang Mosquera, während er bereits damit begann, die Bankkonten seiner Opfer zu durchsuchen. Die finanzielle Motivation war offensichtlich – er hatte wiederholt den Wert der Immobilie des Paares recherchiert.

Deutschland: Anstieg der Hasskriminalität gegen LGBTQ+-Community

Während dieser Fall in seiner extremen Brutalität einzigartig sein mag, ist Gewalt gegen LGBTQ+-Personen leider auch in Deutschland ein wachsendes Problem. Nach aktuellen Daten des Bundeskriminalamts (BKA) stiegen die erfassten Straftaten gegen die sexuelle Orientierung 2023 um etwa ein Drittel auf 1.450 Fälle.

Besonders besorgniserregend: Ein erheblicher Teil dieser Hasskriminalität richtet sich gezielt gegen schwule Männer. Experten warnen jedoch, dass diese Zahlen nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Viele Betroffene scheuen sich aus Angst vor Stigmatisierung oder Misstrauen gegenüber den Behörden, Anzeige zu erstatten.

Wenn Vertrauen zum Verhängnis wird

Der Londoner Fall wirft ein grelles Licht auf die Vulnerabilität der LGBTQ+-Community. Alfonso und Longworth, die seit Jahren zusammenlebten, öffneten ihr Zuhause einem Mann, den sie für einen Freund hielten. Diese Vertrauensbereitschaft, die in der queeren Community oft besonders ausgeprägt ist, wurde auf grausamste Weise ausgenutzt.

Die Tatsache, dass Mosquera seine Opfer über Dating- oder Social-Media-Plattformen kennengelernt hatte, unterstreicht die besonderen Risiken, denen LGBTQ+-Personen in der digitalen Welt ausgesetzt sind. Online-Dating, für viele queere Menschen der primäre Weg, Partner oder Freunde zu finden, birgt Gefahren, die heterosexuelle Personen in dieser Form oft nicht kennen.

Ein Aufruf zur Wachsamkeit

Detective Chief Inspector Stride, der die Ermittlungen leitete, bezeichnete den Fall als einen der "verstörendsten", die er je bearbeitet hat. Das Gerichtsvideo, das die Tat zeigt, war so schockierend, dass ein Geschworener den Prozess nicht fortsetzen konnte.

Während die deutsche LGBTQ+-Community auf die steigenden Zahlen der Hasskriminalität blickt, sollte dieser extreme Fall aus London als Mahnung dienen. Es geht nicht darum, Paranoia zu schüren, sondern um die Notwendigkeit, achtsam zu bleiben und Unterstützungssysteme zu stärken.

Die Verurteilung von Mosquera, dessen Strafmaß am 24. Oktober verkündet werden soll, bringt den Angehörigen keine Gerechtigkeit für den unermesslichen Verlust zurück. Aber sie sendet ein wichtiges Signal: Gewalt gegen LGBTQ+-Personen wird nicht toleriert und wird mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt.

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