Trump-Administration streicht lebenswichtige LGBTQ+ Suizidprävention – Ein Warnsignal auch für Deutschland

Die Trump-Administration hat bestätigt, dass sie die Finanzierung für eine lebensrettende LGBTQ+ Jugend-Suizidpräventionshotline einstellen wird. Der ursprüngliche Bericht von PinkNews macht deutlich, wie schnell hart erkämpfte Fortschritte in der LGBTQ+ Beratung rückgängig gemacht werden können – ein Warnsignal, das auch in Deutschland ernst genommen werden sollte.

Die 988 Suicide & Crisis Lifeline LGBTQ+ Youth Specialised Services, die seit Juli 2022 über einer Million jungen Menschen geholfen haben, sollen bereits ab dem 1. Oktober 2025 ihre Finanzierung verlieren. Das Programm verbindet LGBTQ+ Jugendliche unter 18 Jahren, die Suizidgedanken haben, mit spezialisierten Beratungsorganisationen – ein Dienst, der buchstäblich Leben rettet.

Eine erschreckende Statistik

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Trevor Project schätzt, dass mehr als 1,8 Millionen LGBTQ+ Jugendliche in den USA jährlich ernsthaft über Suizid nachdenken. Mindestens ein*e Jugendliche*r versucht alle 45 Sekunden, sich das Leben zu nehmen. Jaymes Black, CEO des Trevor Project, kritisiert die Entscheidung scharf: „Es ist zutiefst verstörend zu sehen, wie die Administration bei einem evidenzbasierten, überparteilichen Programm den Rückwärtsgang einlegt, das erfolgreich 1,3 Millionen LGBTQ+ jungen Menschen lebensrettende Krisenbetreuung geboten hat."

Deutsche Parallelen: Auch hier fehlen spezielle Angebote

Die Situation in den USA sollte Deutschland als Weckruf dienen. Auch hierzulande sind LGBTQ+ Jugendliche deutlich stärker von suizidalem Verhalten betroffen als ihre heterosexuellen und cis-geschlechtlichen Altersgenoss*innen. Gleichzeitig mangelt es an evidenzbasierten, spezifisch auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Präventionsangeboten.

Während Deutschland über etablierte Hilfsangebote wie die Nummer gegen Kummer (116 111), die Telefonseelsorge (0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222) und spezialisierte Online-Beratungen wie [U25] verfügt, fehlen oft die spezifischen Kompetenzen und Ressourcen für LGBTQ+ Jugendliche.

Was Deutschland von der US-Krise lernen kann

Expert*innen fordern seit Jahren einen multisektoralen, interprofessionellen und intersektionalen Ansatz für die Suizidprävention bei LGBTQ+ Jugendlichen. Das bedeutet: Schulen, Gesundheitswesen, Beratungsstellen und LGBTQ+ Organisationen müssen zusammenarbeiten.

Besonders wichtig sind partizipative Peer-to-Peer-Ansätze, bei denen junge LGBTQ+ Menschen andere in ähnlichen Situationen unterstützen. Diese haben sich als besonders wirksam erwiesen, da sie auf geteilten Erfahrungen und authentischem Verständnis basieren.

Der Kampf um Finanzierung – überall gleich

John MacPhee, CEO der Jed Foundation, appelliert an US-Gesetzgeber, die Entscheidung zu überdenken: „Wir fordern Abgeordnete und Regierungsbeamte auf, diesen Vorschlag zu überdenken und diese Dienste aufrechtzuerhalten, die sorgfältig durchdacht und weise im Jahr 2020 gesetzlich verankert wurden."

Auch in Deutschland steht die Finanzierung von LGBTQ+ spezifischen Beratungsangeboten oft auf wackeligen Beinen. Das geplante Gesetz zur Stärkung der nationalen Suizidprävention könnte hier Verbesserungen bringen – wenn es LGBTQ+ Jugendliche explizit mitdenkt.

Ein Aufruf zum Handeln

Die Entscheidung der Trump-Administration ist mehr als nur ein amerikanisches Problem. Sie zeigt, wie schnell lebenswichtige Unterstützung für vulnerable Gruppen gestrichen werden kann. Deutschland sollte dies als Mahnung verstehen, seine eigenen Präventionsangebote für LGBTQ+ Jugendliche auszubauen und abzusichern.

Wie Jaymes Black es ausdrückt: „In einer Nation, in der die Tränen unserer Kinder ohne Unterschied fallen, wie sie sich identifizieren, müssen wir uns mit einer Stimme erheben – über jeden Glauben, jede Überzeugung und jede politische Linie hinweg."

Hilfe in Deutschland: Wenn du oder jemand, den du kennst, Hilfe benötigt: Nummer gegen Kummer: 116 111, Telefonseelsorge: 0800-111 0 111, [U25] Online-Beratung oder JugendNotmail.

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