Scheidung nach 38 Jahren: LGBTQ+-feindlicher Generalstaatsanwalt Ken Paxton verliert Ehefrau Angela

Angela Paxton, die Ehefrau des texanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton, hat nach 38 Jahren die Scheidung eingereicht. Die Nachricht schlägt besonders hohe Wellen, da Ken Paxton als einer der vehementesten Gegner von LGBTQ+-Rechten in den USA gilt und seine Frau bisher als loyale Unterstützerin an seiner Seite stand. Die ursprüngliche Berichterstattung zeigt die dramatischen Entwicklungen in der Familie des umstrittenen Politikers auf.

Eine Ehe zerbricht an "neuen Entdeckungen"

Die 62-jährige Angela Paxton begründete ihre Scheidung mit "neuen Entdeckungen" und berief sich dabei auf "biblische Grundsätze". In einem emotionalen Statement auf X/Twitter erklärte sie: "Ich glaube, dass die Ehe ein heiliger Bund ist, und ich habe ernsthaft eine Versöhnung angestrebt. Aber angesichts neuer Entdeckungen glaube ich nicht, dass es Gott ehrt oder liebevoll mir, meinen Kindern oder Ken gegenüber ist, in der Ehe zu bleiben."

Die Scheidung kommt über zwei Jahre nach einem Amtsenthebungsverfahren, das Ken Paxtons außereheliche Affäre aufdeckte. Berichte des Texas Tribune zeigen, dass Angela Paxton während des gesamten Skandals zu ihrem Mann gestanden hatte - bis jetzt.

Der Kreuzzug gegen LGBTQ+-Rechte

Ken Paxton hat sich in seinen zehn Jahren als Generalstaatsanwalt von Texas einen Ruf als erbitterter Gegner von LGBTQ+-Rechten erarbeitet. Seine Aktionen umfassen:

  • 2023: Versuch, private Krankenakten von transgender Kindern einzusehen, sowohl in Texas als auch in anderen Bundesstaaten
  • 2022: Forderung nach einer Liste aller transgender Personen in Texas inklusive persönlicher Daten und Führerscheininformationen
  • Drohung, Schulbehörden die Finanzierung zu entziehen, die LGBTQ+-inklusive Lehrpläne verwenden
  • 2015: Aktiver Widerstand gegen die Obergefell v. Hodges-Entscheidung des Supreme Courts zur Ehe für alle

Besonders skandalös war Paxtons Bezeichnung der LGBTQ+-Gemeinschaft als "sexuelle Propagandisten und Raubtiere" und seine Aussage, LGBTQ+-Ansichten seien "unmoralisch und illegal". Die ACLU dokumentierte seine systematischen Angriffe auf Transgender-Rechte.

Deutsche Perspektive: Ein Kontrastprogramm

Die Entwicklungen in Texas stehen in krassem Gegensatz zur deutschen Rechtslage. Während Ken Paxton gegen LGBTQ+-Rechte kämpft, hat Deutschland einen anderen Weg eingeschlagen. Das neue Selbstbestimmungsgesetz der Bundesregierung stärkt die Rechte von transgender und nicht-binären Personen erheblich.

Die deutsche LGBTQ+-Szene beobachtet solche Entwicklungen aus den USA mit Sorge. Der LSVD (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland) warnt regelmäßig vor den Auswirkungen reaktionärer Politik auf die internationale LGBTQ+-Bewegung.

Ironie des Schicksals

Die Scheidung von Ken und Angela Paxton offenbart eine bemerkenswerte Ironie: Während der Generalstaatsanwalt jahrelang die "Heiligkeit der traditionellen Ehe" verteidigte und gegen LGBTQ+-Familien vorging, scheiterte seine eigene Ehe an seinem Fehlverhalten. Angela Paxtons Verweis auf "biblische Grundsätze" für ihre Scheidung steht in merkwürdigem Kontrast zu ihres Mannes Rhetorik über "christliche Werte".

Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass diejenigen, die am lautesten über die Moral anderer urteilen, oft selbst nicht den Standards entsprechen, die sie anderen auferlegen wollen. Für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Texas, die unter Paxtons Politik gelitten hat, mag diese Wendung als eine Art poetische Gerechtigkeit erscheinen.

Die Entwicklung verdeutlicht auch, wie wichtig es ist, dass sich die deutsche LGBTQ+-Bewegung weiterhin für ihre Rechte einsetzt und internationale Solidarität zeigt - denn die Angriffe auf queere Menschen kennen keine Grenzen.

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